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Eigene Jobbörse erstellen

Karriereseite oder eigene Jobbörse — Schritt für Schritt aufgebaut

Datenmodell, Bewerbungsformular, Mini-ATS und Google-for-Jobs-Integration. Vollständige Bauanleitung und der Kurzweg über Jobflare.

Karriereseite vs. Jobbörse — was du wirklich willst

Beide Begriffe werden umgangssprachlich gemischt, technisch ist die Trennung sauber: Eine Karriereseite gehört einem Unternehmen und listet eigene Stellen. Eine Jobbörse ist Multi-Tenant — verschiedene Unternehmen schalten Stellen, der Plattform-Betreiber verdient an Schaltungen oder Provisionen.

Für die Sichtbarkeit bei Google for Jobs spielt das keine Rolle: Google liest beide Varianten gleich. Für das Datenmodell, die Berechtigungen und die Monetarisierung ist die Trennung dagegen fundamental.

Faustregel: Wenn deine eigenen Recruiter Stellen veröffentlichen und Bewerbungen empfangen, brauchst du eine Karriereseite. Wenn externe Unternehmen einloggen und eigene Stellen schalten, brauchst du eine Jobbörse mit Multi-Tenant-Logik, Rollen und Abrechnung.

Sechs Bausteine, die jede Jobbörse braucht

Egal ob DIY oder SaaS: Diese sechs Bausteine müssen vorhanden sein, sonst funktioniert weder die Google-Sichtbarkeit noch der Bewerbungs-Workflow.

01

Datenmodell

Tabelle „Job“ mit Pflichtfeldern für JobPosting-Schema: title, description, datePosted, validThrough, hiringOrganization, jobLocation (mit Adresse + PLZ), employmentType, optional baseSalary mit MinMax-Range. Bei Multi-Tenant kommt eine Tabelle „Tenant“ mit Slug, Logo, Branding hinzu.

02

Öffentliche Job-Detailseiten

Jede Stelle bekommt eine eindeutige, server-gerenderte URL. Im HTML-Head: JSON-LD-Schema mit allen Pflichtfeldern. Keine JavaScript-Injection — Googlebot muss das Schema im rohen HTML sehen.

03

Bewerbungsformular

Reine HTML-Form mit Felder Name, E-Mail, optional Anschreiben, Datei-Upload für Lebenslauf (PDF-Whitelist, Größenlimit), DSGVO-Hinweis und Einwilligung. Server-side Speicherung in der DB oder Forward per E-Mail.

04

Mini-ATS

Bewerbungen brauchen einen Workflow: Eingang, gelesen, Vorstellungsgespräch, Zusage/Absage. Tabelle „Application“ mit Status-Spalte plus Backend-Liste pro Stelle. Bei größerer Skala: API-Anbindung an bestehende ATS-Systeme.

05

XML-Sitemap

Dynamische Sitemap unter /sitemap.xml mit allen aktiven Job-URLs. Bei Multi-Tenant: jeweils eine Sub-Sitemap pro Tenant + Index. Lastmod pro URL = letzte Job-Aktualisierung.

06

Google Search Console + Indexing API

Domain als Property in Search Console verifizieren, Sitemap einreichen. Service Account in Google Cloud anlegen, Indexing API aktivieren, Service-Account-E-Mail als Eigentümer in Search Console. Pro Job-Save: URL_UPDATED-POST gegen indexing.googleapis.com.

DIY-Tech-Stack — Empfehlung

Wenn du wirklich selbst bauen willst, ist das ein bewährter Stack für eine produktionsreife Jobbörse:

  • Frontend / Backend: Next.js 16 (App Router) mit Server Components — Schema-Markup wird serverseitig gerendert, kein JavaScript-Reload nötig.
  • Datenbank: PostgreSQL mit Prisma als ORM. Tabellen Job, Application, Tenant, User. Vollständige Field-Validierung bei der Job-Mutation.
  • Authentifizierung: NextAuth oder Clerk für Tenant-Login. Magic Link für niedrige Reibung im Onboarding.
  • Hosting: Vercel oder Netlify mit Edge-Caching. Wichtig: Job-Detail-URLs nicht aggressiv cachen — sonst Drift im datePosted.
  • File-Storage: Supabase Storage oder AWS S3 für Lebensläufe. Bucket muss privat sein, signierte URLs für Recruiter-Zugriff.
  • Mail: Resend oder Postmark für transaktionalen Versand (Bewerbungseingang, Status-Updates).
  • Monitoring: Sentry für Frontend/Backend-Errors, dazu Search-Console-Indexing-Reports täglich abrufen.

Realistische Einmal-Aufwand bei diesem Stack mit einem erfahrenen Full-Stack-Entwickler: 80–160 Stunden bis Live-Gang. Plus 2–4 Std pro Monat laufende Wartung.

Compliance — was du nicht vergessen darfst

DSGVO-Aufzeichnungspflicht: Jede gespeicherte Bewerbung ist eine personenbezogene Datenverarbeitung. Du brauchst (a) eine Datenschutzerklärung mit explizitem Hinweis, (b) eine Einwilligung im Formular und (c) ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten.

Speicherdauer: Bewerbungen dürfen nach Stellenabsage nur kurz gespeichert werden (typisch 6 Monate wegen AGG-Klagefrist), danach aktiv löschen. Bei Talent-Pool: separate Einwilligung mit längerer Frist.

AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz): Die Stellenausschreibung muss geschlechtsneutral formuliert sein — also „Servicetechniker (w/m/d)“ oder „Servicetechnikerin (w/m/d)“. Sonst drohen Schadenersatzklagen.

Impressum + AGB: Pflicht-Impressum auf jeder Seite. Wenn du Schaltgebühren nimmst: AGB mit Leistungsumfang, Laufzeit, Kündigung.

Selbst bauen oder Jobflare nutzen?

Selbst bauen

Sinnvoll, wenn …

  • → Du eine wirklich spezielle Logik brauchst (Auktion, Affiliate-Feed)
  • → Du ein In-House-Dev-Team hast
  • → Du Tenant-Daten nicht extern hosten willst
  • → Branding und Custom-Domain volle Kontrolle brauchen

Aufwand: 80–160 Std Setup + 2–4 Std/Monat Wartung

Jobflare nutzen

Sinnvoll, wenn …

  • → Du in Tagen, nicht Wochen live gehen willst
  • → Du Karriereseite + Mini-ATS + Google for Jobs aus einem Guss willst
  • → Custom-Domain & eigenes Branding reichen dir
  • → Multi-Tenant brauchst (White-Label-Partner-System inkludiert)

Aufwand: 5 Min Setup + 0 Std/Monat Wartung

Lieber sofort live als sechs Wochen entwickeln?

Jobflare bringt Karriereseite, Mini-ATS, Multi-Location, Google-for-Jobs-Integration und Bewerbungs-Workflow direkt mit. Free-Tier zum Testen.

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